Es gibt Geschichten, die so alt sind, dass sie den Staub der Jahrhunderte in sich tragen – und doch berühren sie uns immer noch. Eine davon ist die Liebesgeschichte von Urvashi, der göttlichen Apsara, und Pururavas, dem sterblichen König. Eine Romanze voller Sehnsucht, Versprechen und tragischer Trennung.
Urvashi: Ein Blick, der Welten verändert
Urvashi, eine himmlische Tänzerin von unbeschreiblicher Schönheit, verzauberte nicht nur die Götter, sondern auch einen irdischen König: Pururavas. Als sich ihre Blicke trafen, war es, als hätten sich Sonne und Mond endlich erkannt. Sie versprach, bei ihm zu bleiben – unter einer Bedingung: Er dürfe sie niemals in völliger Nacktheit sehen. Doch wie es mit solchen Regeln oft ist, wurde sie eines Nachts gebrochen, und ihre Liebe nahm ein jähes Ende.
Pururavas: Sehnsucht als spirituelle Reise
Diese Geschichte ist mehr als eine romantische Tragödie. Sie erzählt von der Vergänglichkeit irdischer Freuden und dem ewigen Streben nach dem Unfassbaren. Urvashi symbolisiert das Flüchtige – Schönheit, Liebe, Inspiration. Pururavas’ Suche nach ihr ist unsere eigene Sehnsucht nach etwas, das wir nicht festhalten können.
Und hier kommt Yoga ins Spiel. Die Praxis lehrt uns, im Moment zu sein, loszulassen und uns dennoch ganz hinzugeben – genau wie Pururavas, der lernte, Urvashi nicht zu besitzen, sondern ihre Anwesenheit zu ehren, wann immer sie ihm vergönnt war.
Viparita Dandasana – Eine Brücke zwischen Himmel und Erde
Passend dazu werfen wir heute einen Blick auf Viparita Dandasana, die umgekehrte Stabhaltung. Diese fortgeschrittene Asana öffnet das Herz und richtet den Blick gen Himmel – genau wie Pururavas, der immer wieder hoffte, Urvashi zu sehen. Sie erfordert Flexibilität, Hingabe und die Fähigkeit, sich dem Unbekannten anzuvertrauen.
Vielleicht ist das die größte Lektion dieser Geschichte: Liebe, wie auch Yoga, ist nicht das Festhalten, sondern das Erleben – mit offenem Herzen, auch wenn sie nur für einen Moment bleibt.
Möge deine Praxis heute eine Brücke sein – zwischen Himmel und Erde, zwischen Mythos und Bewegung, zwischen Sehnsucht und innerem Frieden.